FH Osnabrück

Auszug aus dem Originalbericht der FH Osnabrück

 Die Nachuntersuchung der Tiefenlockerung einer stark strukturgeschädigten Baufläche

 Gearbeitet wurde mit dem einzähnigen HWS-AGRO MELIORATOR * in einer Tiefe von ca. 55 cm und einem Zahnabstand von ca. 90 cm

Das Zugfahrzeug war ein 85 PS MB-Trac. Der Tiefenlockerungsversuch wurde 1982 an der Fachhochschule Osnabrück durchgeführt.

Besonders zu beachten ist, dass der relativ hohe Wassergehalt des Bodens und die neue Bodenstruktur schon so kurz nach der.Tiefenlockerung eingetreten ist, obwohl in diesen knapp 3 Wochen nach der Tiefenlockerung keinerlei Niederschläge gefallen sind.

Zitat aus diesem Versuch: Um die Wasserdurchlässigkeit des Bodens nach dem Geräteeinsatz beurteilen zu können, haben wir knapp 3 Wochen später die Vergleichswassergehalte zu den Werten der Liniensondierung gezogen. Die Entnahmestellen liegen mitten zwischen den Bearbeitungsspuren (Zahnbahnen). Da nach der Bearbeitung des Bodens ein gleichmäßiges Absinken des Wassergehaltes an der Bodenoberfläche beobachtet wurde, lässt sich die Vermutung äußern, dass der für den Wasserhaushalt wichtige Bereich der Grob- und Mittelporen vergrößert wurde. Der Wassergehalt des tiefgelockerten Bodens zeigt dagegen wesentlich höhere Messwerte gegenüber den Wassergehaltswerten in den ungelockerten Parzellen dieses Bodens an.

Tabelle Wassergehalte nach Tiefenlockerung der FH Osnabrück

 Beurteilung der Lockerungswirkung des HWS-Spezialgrubbers (*seit 1983 HWS-AGRO MELIORATORS)

Als Beurteilung können die Ergebnisse der Dichtemessung und Liniensondierung herangezogen werden. Die Abnahme des Verdichtungsgrades um ca. 10 % ist zwar zahlenmäßig gering, kann aber als sehr positiv angesehen werden, weil die Lockerungswirkung hauptsächlich in einer Haarrissbildung besteht. Auch bei der Aufgrabung des gelockerten Bodens in den Lockerungsspuren konnte keine Klüftigkeit festgestellt werden, da der Boden nachträglich bei der Nachbearbeitung überfahren wurde. Die Haarrisse sind für den Bodenwasserhaushalt und die Durchwurzelbarkeit von ausschlaggebender Bedeutung und diese wirken sich fördernd auf eine langfristige Bodenstabilisierung aus. Mit Sufusionsschäden ist nicht zu rechnen. Eine optische Verdeutlichung dieser Aussagen geben die vielen Sondierungsdiagramme - bei denen auffällt, dass vor allem die stark verdichteten Schichten die größten Widerstandsabnahmen zeigen.

Einsatzkriterium: Angesichts der niedrigen Bearbeitungskosten je qm muss die Lockerung mit dem HWS-AGROMELIORATOR aus unserer Sicht als effektiv und wirtschaftlich angesehen werden. Es ist anzumerken, dass mit einer Zugmaschine gearbeitet wurde, deren Leistung an der Untergrenze des vom Hersteller angegebenen Kraftbedarfes liegt und trotzdem die theoretische Arbeitstiefe erreicht werden konnte.

Die erforderliche Nachbehandlung der Bodenoberfläche wird. durch das zurückbleibende gute Planum erleichtert.

  

hinzugefügt von Hans-Werner Springer:
Bei einer Arbeitstiefe von ca. 55 cm wurde bereits nach knapp 3 Wochen eine sehr gleichmäßige Wasserverteilung bis in 100 cm Bodentiefe gemessen. Dieses ist die wichtigste Voraussetzung für nachfolgende Oxidationsprozesse, die für eine stabile Strukturwandlung und Freilegung aller Bodenminerale, Mikrominerale und der im Boden gespeicherten Nährstoffe von größter Bedeutung ist.